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Deichsanierung

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Deiche

Deichbauten an den Küsten sind mittlerweile ausgeklügelte Systeme, die nicht nur aus dem Hauptdeich bestehen. So kann bereits vor dem Deich ein Deichvorland die auflaufenden Wellen brechen und die Geschwindigkeit des anströmenden Wassers vermindern. Unterstützend wirken hier auch vorgelagerte Sommerdeiche. Dennoch kommt dem dahinterliegenden Hauptdeich die größte Bedeutung zu. Mitunter vorhandene nachgelagerte Deiche, man spricht diesbezüglich entsprechend der Anordnung von der zweiten, dritten, ... Deichlinie, bilden einen Risikopuffer bei Überflutungen in Folge von Deichbrüchen bei Sturmfluten oder gezielten Überflutungen bei extremen Hochwassereignissen an Flüssen. In diesem Zusammenhang wird oft auch von sogenannten Schlafdeichen gesprochen.

In seinem Aufbau ist der Deich heute ein in seinem Querprofil an der Küste zumeist asymmetrischer Baukörper. Neu angelegte Deiche bestehen meist aus einem Sandkern, der von einer ein bis zwei Meter dicken Schicht aus bindigem Material (Kleiboden) bedeckt wird. Nachträglich erhöhte Deiche haben eine größere Dicke der Kleischicht, da aus Gründen der Bodenmechanik nicht mit Sand nachgebaut werden kann. Die Oberfläche wird zur Vermeidung von Erosion durch Wind und Wasser und zur Erhöhung der Stabilität mit Gras bepflanzt. Um die Grasnarbe kurz und dicht zu halten und um den Boden fest zu trampeln, werden Deiche von Schafen beweidet, was auch eine Befahrung durch Mähmaschinen vermeidet. Stark von Wellenschlag gefährdete Deichstrecken haben eine Asphaltdecke, meist Schardeiche, die dem Wasser ohne schützendes Vorland ausgesetzt sind wie zum Beispiel am Eidersperrwerk.

Die Deichhöhe und -breite ist von der jeweiligen Landschaft und Flutgefahr abhängig. Die Flussdeiche an der Elbe haben in bestimmten Abschnitten z. B. eine Höhe von 8 m, Seedeiche sind höher und teilweise über 100 m breit.


Die Landseite des Deiches muss einen Deichwehrweg (Deichverteidigungsweg) besitzen, über den zum Beispiel Sandsäcke herantransportiert werden können. Dessen Befestigung verbessert die Widerstandsfähigkeit beim Überspülen. Im Hinterland und an der Binnenseite von Kögen folgt häufig eine zweite Deichlinie, die meist aus Altdeichen, den Schlafdeichen besteht; völlig neue Deichlinien sehen keine Schlafdeiche vor. Schlafdeiche sind oft die alten Deiche an der ehemaligen Küstenlinie, nachdem die Küstenlinie durch Landgewinnung in den früheren Flutbereich verlegt wurde. Diese verhindern, dass nach einem Deichbruch größere Flächen überflutet werden. Die Flächen zwischen erster und zweiter Deichlinie sind meist dünn besiedelt. An Flüssen werden Außendeichsbereiche mit Sommerdeichen angelegt, um als eventuell überflutetes Ausgleichsbecken den Wasserstand bei starkem Schmelzwasserabfluss zu senken. Im Außendeichsbereich bricht der Bewuchs des Graslandes und im Polderland der Bewuchs der Ackerflächen die Wellen des Wassers. (Quelle: Wikipedia)